Schreibe ich einen Text, durchsuche ich ihn am Ende nach bestimmten Worten, die mich auf schlampige Grammatik oder ungeschickten Satzbau hinweisen. Zwei dieser Worte sind „wenn“ und „dann“. Ich sehe mir alle Sätze, in denen sie vorkommen, an und frage mich, ob sie da wirklich hingehören. Meistens ist das nicht der Fall.

Zum Beispiel könnte der Satz am Beginn dieses Beitrages lauten: Wenn ich selbst einen Text schreibe, dann durchsuche ich ihn am Ende …. Das „wenn“ ist genauso so wie das „dann“.

Als nächstes durchsuche ich den Text nach der Wortkombination „wenn“ und „würde“ sowie nach jedem alleinstehenden „würde“. Mein Reflex wäre es, zu schreiben:

Wenn ich heimgehen würde, würde ich spät ankommen.

In der ersten Überarbeitung korrigiere ich auf:

Würde ich heimgehen, käme ich spät an.

In der zweiten Überarbeitung ändere ich auf:

Ginge ich heim, käme ich spät an.

Beim Lektorieren habe ich festgestellt, dass viele Autoren einen Hang zu kleinen individuellen Schlampigkeiten in Grammatik und Satzbau haben, ebenso wie viele einen Hang zu bestimmten wiederkehrenden Satzkonstruktionen haben. Es bringt dich weiter, solche Schwächen bei dir zu erkennen oder einen Lektor zu finden, der dich darauf aufmerksam macht. Ganz los wirst du sie im Schreibfluss schwer, aber du kannst sie bei den Überarbeitungen beseitigen.

 

 

 

 

 

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