(Von Bernhard Salomon, Verleger) Die Romane von werdenden Autoren sind voller Namen. Meistens läuft es so: Beim jeweils ersten Auftritt umrahmt ihre Figuren eine äußere Beschreibung.  Da steht dann zum Beispiel, dass eine Frau namens Magda lange braune Haare hat und schlank ist. Von da an kommt nur noch ihr Name vor. Die Autoren denken, dass ihre Leser dann schon wissen, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Tun sie aber nicht. Beschreibungen sind schnell vergessen, und wer beim Lesen nicht mehr weiß, wer wer ist, steigt aus.

Dieses Problem löst du ganz einfach, indem du zumindest bei den ersten Auftritten jeder Figur mit wenigen Worten ihr Äußeres in Erinnerung rufst. Da steht dann zum Beispiel: Eine schmale Gestalt erschien in der Tür. „Hallo“, sagte Magda, und strich sich ihre braunen Haare aus der Stirn. Beim nächsten Mal erwähnst du nebenbei, dass sie ihre braunen Haare zu einem Zopf gebunden hat, der ihr fast bis zu den schmalen Hüften reicht, und ein anderes Mal, dass sie sich dank ihrer schmalen Gestalt problemlos durch ein klemmendes Gartentor schob. Schon ist Magda ein menschliches Wesen, das deine Leser als solches wahrnehmen und wiedererkennen.

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