(Von Bernhard Salomon, Verleger) Würde ich einem intelligenten, gebildeten, sprachgewandten, interessanten und gepflegt wirkenden Gesprächspartner gegenüber sitzen, dessen Hemd ungebügelt ist, würde ich mich trotz seiner Qualitäten fragen: Wieso ist sein Hemd ungebügelt?  Weiß er nicht, dass ein Hemd gebügelt gehört? Weiß er es, aber es ist ihm egal? Warum ist es ihm egal? Was ist los mit ihm?

Das gleiche Erlebnis habe ich, wenn ich einen Text lese, der durchaus spannend, intelligent, gut recherchiert und sprachlich einwandfrei sein kann, in dem der Autor aber auf die erforderlichen Vereinheitlichungen verzichtet hat. Ich frage mich dann: Wieso hat er darauf verzichtet? Weiß er nicht, dass sie gemacht gehören? Ist er vielleicht gar nicht der Profi, als der er mir erscheint? Oder weiß er es, und es ist ihm egal? Warum ist es ihm egal?

Welche Vereinheitlichungen sind erforderlich?

Das fängt bei den Namen an. Eine Silvia sollte immer Silvia heißen und nicht an einer anderen Stelle des gleichen Textes Sylvia. Dann gehört die Schreibweise von Medien vereinheitlicht, bei denen sich eine Kursivsetzung oder eine Setzung zwischen Anführungszeichen anbietet. Zeitangaben musst du ebenfalls vereinheitlichen, da erlaubt der Duden die Schreibweise 9.20 Uhr oder 9:20 Uhr. Auch fremdsprachige Worte und Sätze (kursiv oder nicht) und Worte, die unterschiedliche Schreibweisen ermöglichen, musst du vereinheitlichen, Albtraum und Alptraum zum Beispiel. Ebenso die Handhabung des Wortes „E-Mail“: Entweder schreibst du immer „das E-Mail“ oder immer „die E-Mail“.

Um professionell zu sein, musst du erstens erkennen, was es zu vereinheitlichen gilt, dich zweitens für eine Version entscheiden und diese Version dann drittens konsequent umsetzen. Schon wirkt dein Text ein bisschen besser gebügelt.

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