Vor den Skirennen in Kitzbühel las ich unter der Überschrift „Voll auf Zug vom Start weg“ auf der ORF-Seite einen Beitrag, der den Rennläufer Hannes Reichelt zitierte: „Wenn du im Starthaus stehst, denkst du dir, es hilft ja nichts, du musst schauen, dass du die ersten Tore gleich voll auf Zug fährst“, so der spätere Dritte der Abfahrt.

Das erinnerte mich an ein Erlebnis, das ich als Journalist hatte, in einer Zeit, in der ich mich schon für ziemlich professionell hielt. Damals stieß ein neuer Textchef zu uns, von dem viele Kollegen munkelten, dass er ein Arbeitstier und richtig gut sei. Beides Eigenschaften also, die selbst eine gute und fleißige Redaktion bei neuen Kollegen nicht zwangsläufig schätzt.

Dieser neue Textchef, ein erfahrener Mann, bekam gleich an seinem ersten Tag einen Magazinbeitrag von mir auf den Schreibtisch. Als ich den Text danach freigab, fand ich ihn spannender, ohne sagen zu können, was daran jetzt anders war. Weshalb ich den Neuen in ein Gespräch darüber zu verwickeln versuchte. „Ja, ja“, sagte er beiläufig, „du weißt ja, wie es ist. Gut schreiben ist nett, aber du musst vom ersten Satz an auf Zug sein. Darum geht es. Weißt du, was ich meine?“

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