Ich war ehrlich gesagt noch nie in einem Zustand, den ich leichthin als „Trance“ bezeichnen würde, außer bei einer Augenoperation in meiner Kindheit vielleicht, aber das war ja eigentlich eine Vollnarkose. Ich könnte auch nicht sagen, wer, den ich kenne, schon mal in Trance war. Kiffen zum Beispiel löst ja alles mögliche aus, aber nichts, das ich als Trance bezeichnen würde. Deshalb vermute ich, dass vergleichsweise wenige Menschen diesen Zustand schon erlebt haben. Ich würde aus dem Bauch heraus schätzen, dass es vielleicht 12 bis 18 Prozent der Erwachsenen sind.

Trotzdem kommt in neunzig Prozent aller Manuskripte, die auf meinem Tisch landen, die Formulierung „wie in Trance“ vor. Statt sich literarischer Beobachtungen zu bedienen, ergeht sich da jemand in typischen unreflektierten Anfängerphrasen, denke ich dann immer. Ein Fehler, den du vermeiden kannst, wenn du dich beim Überarbeiten deines Textes immer fragst, was genau deine Sätze und Worte wirklich bedeuten. Solltest du tatsächlich mal in Trance gewesen sein oder genau recherchiert haben, was das alles bedeuten kann, ist es ja womöglich interessant.

 

Hier dazu ein Ausschnitt aus Wikipedia: Trancezustände können entweder willentlich (z. B. visuelle Imagination im Tagtraum, Selbsthypnose, schamanische Techniken), durch (zugelassene) Fremd-Suggestion (Hypnose), andauernde Aufmerksamkeit auf eintönige Reize (z. B. Vigilanz, mentale Vertiefung, Orgasmus) oder durch Erkrankungen (pathologische Trance- und Besessenheitszustände) und Drogen ausgelöst werden.

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