Ehe ich Manuskripte zum Lektorat übernehme, bitte ich die Autoren um deren Überprüfung nach einigen Grundregeln.

Eine davon lautet: Vermeide die Worte „plötzlich“, „auf einmal“, „mit einem Mal“ oder ähnliche. Viele Autoren beschweren sich dann und verweisen auf erfolgreiche Werke, in denen sie diese Worte sehr wohl gelesen zu haben glauben. Doch wenn ein Autor eine Situation als überraschend zeigen will, muss er das durch eine geschickte Dramaturgie, einen cleveren Satzbau und eine passende Wortwahl tun, und nicht, indem er die Situation einfach mit dem Wort „plötzlich“ als überraschend deklariert. Es ist so ähnlich wie mit dem Wort „schön“. Es reicht nicht, eine Sache als „schön“ zu deklarieren, der Autor muss diese Sache so zeigen, dass „schön“ im Kopf seiner Leser entsteht. „Plötzlich“ geht natürlich, wenn der Satz zum Beispiel lautet: „Das ganze Dorf war durch den plötzlichen Tod des Metzgers geschockt.“ (BS)

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