Manchmal nehmen Nachwuchs-Autoren einfach deshalb eine unnatürliche innere Haltung ein, weil sie beim Schreiben an das Publizieren denken. Sie denken an Spalten oder an sauber gestaltete Buchseiten und daran, wie „man schreibt“. Sie sehen sich als „Autoren“ und nicht mehr als Menschen, die anderen Menschen etwas schriftlich mitteilen. Ihre Texte werden dann hölzern oder sogar unverständlich.

Wer das kennt, sollte wieder einmal einen Brief schreiben. Da ist das Thema meistens klar, und die „Zielgruppe“, die es mit dem Text zu erreichen gilt, ist eindeutig. Denn wir sind beim Briefeschreiben mit dem Adressaten verbunden. Wir wissen, was wir wem sagen wollen. Das alles lässt langes Herumkonstruieren am Text erst gar nicht aufkommen.

Ein Brief führt uns so zu den grundlegenden Regeln des Schreiben zurück, ohne dass wir es richtig merken. Wenn du also wieder einmal an Regeln erstickst, schreib doch einfach einen langen Brief. Oder stell dir vor, dass der Text, den du gerade schreibst, ein langer Brief an dein Publikum ist.

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