nachrichten aus einem Buchverlag

Schreiben ist eine Zukunftsbranche mit Fachkräftemangel

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Vor kurzen traf ich meinen Freund Uli Gehmacher, einen Filmproduzenten, der mit dem Teenager-Drama „Siebzehn“ eben den begehrten Max Ophüls-Preis gewonnen hatte und den die Filmwelt seither feierte, unter anderem in Cannes. Ich fragte ihn, wie sich sein Leben durch den Erfolg verändert hatte.  

Die Übung mit dem Personenwechsel

(Von Maximilian Hauptmann, Lektor) Oft bekomme ich Texte zugeschickt, in denen hinter jeder Zeile die Biographie ihres Autors zu erkennen ist. Die Geschichten sind dann stets zu eindimensional geschrieben. Figuren sind entweder nur gut oder nur böse und Beschreibungen fallen oft plakativ aus. Das wirkt sich auf die ganze Erzählung aus. 

Das überflüssige „ja“ und „nein“ in Dialogen

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Wegen der bevorstehenden Geburt seiner Tochter kommt ein Arzt nach einem langen humanitären Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze heim.  

Überlege dir lange und gut, worüber du schreibst

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Eine Autorin bot mir einen Roman an, in dem sie, ihrer Mail zufolge, die Geschichte des Selbstmordes einer zwischen äußeren und inneren Zwängen zerrissenen Frau erzählte. Ohne einen Blick in das Manuskript zu werfen, schrieb ich ihr: „Selbstmord ist gerade in einer Zeit, in der die Menschen wegen der wachsenden Bedrängnis aus allen Richtungen Aufhellung suchen, für uns als Publikumsverlag ein eher schwieriges Thema. Ich kann Ihnen mit Ihrem Werk also nur viel Erfolg bei einem anderen Verlag wünschen.“ 

Checklist für Manuskripteinreichungen

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Das Gefühl, dass dein Roman etwas Besonderes ist, einfach weil du ihn geschrieben hast, stimmt. Niemand würde Worte und Sätze genau so aneinanderreihen, wie du es getan hast.  

Die technischen Möglichkeiten des Wortes „offenbar“

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Autoren moderner Romane erzählen meist jedes Kapitel aus der Perspektive einer bestimmten Figur. Das heißt, sie sind nicht Gott, der in alle Figuren gleichzeitig blicken kann, sie können immer nur in diese eine Figur blicken. Sie kennen deshalb nur die Gedanken und Gefühle dieser einen Figur.  

Mach Kürzen zum Sport

(Von Bernhard Salomon, Verleger)  Wenn der letzte Satz einer Buchseite der erste eines neuen Absatzes ist, nennen Layouter das ein „Hurenkind“ 

Bleib als Autor technisch immer am neuesten Stand

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen nutzt zur Dar­stellung und Vermessung von Tat- und Ereignisorten seit Juli 2004 einen Laser­scanner  

Betrachte die erste Version deines Textes immer nur als Arbeitsbasis

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Ernest Hemingway, ich habe es schon einmal erwähnt, hat seine Romane bis zu vierzig Mal überarbeitet. Es gibt wahrscheinlich keinen professionellen Autor, für den die erste Version eines Textes viel mehr als eine Arbeitsgrundlage ist.