nachrichten aus einem Buchverlag

Die Schreibregeln der Tageszeitung „Heute“

Es ist beruhigend, dass auch die Chefredakteure von Tageszeitungen gegen den allgegenwärtigen sprachlichen Wildwuchs mit Regelwerken antreten. Hier jenes von Christian Nusser, Chefredakteur von „Heute“

 

Die „Heute“-Richtlinien

 Schreibung von „Heute“:

Überall (Titelseite, Titel, Fließtext etc.) einheitlich kursiv und unter Anführungszeichen: „Heute“

ABER: – Andere Print-Medien werden nur unter Anführungszeichen geschrieben:

„Kurier“, „Gazzetta dello sport“, …;
TV-Sender etc. werden ohne Anführungszeichen geschrieben: ORF, RTL, …

Die Amazon-Zahl des freien Marktes

Es hat einen Grund, weshalb Bestseller immer öfter von kleineren oder mittleren Verlagen kommen, und weniger von den großen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass die kleinen und mittleren ihre Autoren besser betreuen und sich für jedes ihrer vergleichsweise wenigen Bücher mehr einsetzen. Es hat auch mit einer Zahl zu tun, die, laufend aktualisiert, auf der Amazon-Seite jedes Buches unter „Produktinformation“ nachzulesen ist: Der Amazon Bestseller-Rang.

Stimmen flüstern nicht

In etwa der Hälfte der Romane, die mir vorgelegt werden, stoße ich auf flüsternde, brüllende oder einfach sprechende Stimmen, schreibende Hände oder zum Beispiel gehende Beine.

Acht Möglichkeiten, einen Roman zu vermarkten

Als ich noch selbst Romane schrieb, fragte ich meine Lektorin bei Ullstein, warum der Verlag keine nennenswerte Pressearbeit für meine Bücher macht. „Weil es eigentlich nichts bringt“, sagte sie. „Was bringt dann etwas?“, fragte ich sie. Sie dachte eine Weile nach. „Vielleicht Lesungen, aber ich weiß es nicht genau“, sagte sie. „Manche Romane setzen sich durch, andere nicht.“ Wenig später machte sie Karriere und wurde eine mächtige Frau im deutschen Verlagswesen.

10 einfache Dinge, die jeden Text professioneller wirken lässt

Die zehn einfachsten Dinge, die jeden Text professioneller wirken lassen

50-50-0-Regel

Um einen guten Roman zu schreiben, sind drei Arbeitsgänge nötig. Der erste ist die Entwicklung der Geschichte und der Figuren. Der zweite ist die Recherche. Beide Arbeitsgänge sollten etwa gleichzeitig stattfinden, weil sich die Recherche auf die Geschichte und die Figuren auswirkt. Der dritte Arbeitsgang ist das Schreiben.

Zehn Jahre bis zur Meisterschaft

Es gibt sie doch, diese unverlangt eingesandten Manuskripte, bei denen alles stimmt: plastische Figuren, eine schlüssig komponierte Geschichte, eine eigene Welt, eine Sprache mit Wiedererkennungswert. Vergangenes Jahr habe ich zum ersten Mal so ein Manuskript auf den Tisch bekommen. Unser Lektorat war ebenfalls beeindruckt und empfahl nur einige Kürzungen. Ich hatte das Glück, die Autorin trotz anderer Angebote unter Vertrag nehmen zu können.

Der Sinn von Schreibpausen

Vergangenes Wochenende fragte ich eine Autorin, die vor einem halben Jahr einen Roman fertiggestellt hatte, ob ihr das Schreiben nicht fehle. „Eine Geschichte zu erzählen ist wie eine Reise zu machen“, sagte sie.

Ärzte sollten dichten lernen

Vor zehn Jahren besuchte ich eine damals gefragte Heilerin, die ihren Klienten als Draufgabe zu ihren Erkenntnissen Affirmationen in Form kleiner, selbst gereimter Gedichte mitgab. Ich litt damals an Selbstzweifeln und Schwermut, und ihr Gedicht für mich lautete: Ich fasse neuen Lebensmut und alles was ich tu´ wird gut.