nachrichten aus einem Buchverlag

Was Helden zu Helden macht

Ich ging mit einem Roman zu einem Dramaturgen und fragte ihn, was das Problem damit sei. Die Figuren waren plastisch, der Stoff war gut und mit einem Protagonisten, der ein Ziel hatte, einem Antagonisten, einem Konflikt und einer Eskalation des Konfliktes richtig komponiert, die Details waren mit Liebe recherchiert, das Thema war aktuell, die Sprache war flüssig und hatte Wiedererkennungswert und doch mühte ich mich durch die Seiten und schlief beim Lesen dauernd ein.

Der fade Hype um das E-Book

Vor vier Jahren, als die Propagandisten des E-Books das Ende des gedruckten Buches ankündigten, traf ich mich mit den Chefs des großen deutschen Buch- und E-Book-Logistikers Brocom im Wiener Café Mozart. „Was mache ich falsch?“, fragte ich sie. „Alle reden vom Boom der E-Books, während bei uns sein Anteil am Gesamtverkauf bei weniger als einem Prozent liegt.“

Das Medium Buch gewinnt an Bedeutung

Wann immer ich mit unseren Vertriebsleuten, Buchhändlern oder Druckern spreche, beklagen sie in wiederkehrenden Phrasen und Stimmlagen die rückläufigen Umsätze mit Sachbüchern. Es wird immer schwieriger, sagen sie, das Sachbuch verliert an Bedeutung, vielleicht verschwindet es ganz. Es wundert mich immer, wie sich diese Menschen, die sich ja beruflich und oft darüber hinaus mit dem Buch befassen, so irren können.

Wie Verleger beim Autorenhonorar sparen

Jüngst im Café Museum erzählte mir ein erfolgreicher deutscher Verleger, wie er mit einem Trick beim Autorenhonorar seine Rendite verbessert: Autoren sind es gewohnt, mit Verlegern ihren Anteil am Umsatz mit ihrem Buch zu verhandeln.

Verzichte auf die Formulierung „beginnt zu“

Eine der wiederkehrenden Wortkomobinationen, die unverlangt eingesandten Manuskripten wie eine lästige Hautkrankheit anhaftet, lautet „beginnt zu“. Jemand beginnt zu rennen, sich zu ärgern, ein Bild zu malen, einen Berg zu erklimmen, sich etwas zu fragen oder zu frieren.

Achtung! Pathosfalle

In fast allen Romanen spielen Haare eine Rolle. Zum Beispiel, weil eine Figur mit ihren Haaren etwas tut, sie glatt streicht etwa, oder weil ihre Haare eine bestimmte Farbe haben, kastanienbraun oder aschblond. Ich habe in zwei Romanen, die im Herbst 2016 bei uns erscheinen, nachgezählt:

Es gibt ein natürliches Bedürfnis der Menschen nach gut erzählten Geschichten, genauso wie es ein natürliches Bedürfnis der Menschen nach Nahrung, Wasser, Sonne, Wärme und Liebe gibt.

Was du von Schirennläufern lernen kannst

Ich arbeite derzeit mit einem wunderbaren Autor an einem Buch, in dem er autobiografisch eines der großen Themen seines Lebens abhandelt. Es geht um seine Fähigkeit, sich selbst zu mögen.

Die Pflege der Inspiration

Dieser Tage schrieb mir einer meiner Autoren eine lange Mail darüber, dass die Texte aus seiner Feder eigentlich nicht er geschrieben hat.