nachrichten aus einem Buchverlag

Ein ganzes Buch in einem Satz

(Von Maximilian Hauptmann, Verleger) Nachdem ich bereits letzte Woche über das Kino geschrieben habe, möchte ich dieses Mal zwei weitere Filmemacher vorstellen. Genauer gesagt, ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie in einem einzigen Zitat ein Rezept für eine große Geschichte finden können.

Das Buch behauptet sich gegen das Internet

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Wegen der Konkurrenz aus dem Internet bei Medien muss die Handelskette Libro ihre Filialen umbauen. 

„… passt derzeit nicht in unser Programm“

(Von Bernhard Salomon) Vergangenen Montag traf ich im Café Mozart einen Autor, der einen Roman geschrieben und bereits erfolglos mehreren Verlagen angeboten hatte. Es handelte sich um einen klassischen Krimi: Ein Mann kommt in einer psychiatrischen Klinik zu sich, nachdem er fast nackt und blutverschmiert aufgefunden worden war. Allmählich dämmert ihm, warum er dort festgehalten wird. Er war Zeuge eines Mordes aus politischen Motiven, den die Täter und deren Hintermänner vertuschen wollen.

Verlage profitieren vom Schlechtwetter

(Von Bernhard Salomon) Viele Menschen lesen gerne während des Strandurlaubs und denken, dass der Buchhandel vor allem in Sachen leichte Lektüre zur heißen Jahreszeit Hochsaison hat. Neulinge unter den Krimi-Autoren drängen deshalb gerne auf einen Erscheinungstermin im Mai oder Juni, also rechtzeitig vor der Urlaubszeit. Doch sie liegen falsch, denn das Buchgeschäft läuft umso besser, je schlechter das Wetter ist.

Bücher als ein Stück Kuchen

(Von Maximilian Hauptmann, Lektor) Der Titel des heutigen Blogeintrags spielt auf ein Zitat des vielleicht berühmtesten Regisseurs aller Zeiten an: Alfred Hitchcock. Der sagte einst: „Für mich ist Kino nicht ein Stück Leben, sondern ein Stück Kuchen.“ Damit wollte er ausdrücken, wie wichtig ihm Unterhaltung und Genuss seines Publikums waren. Um diese zu garantieren, bediente er sich zweier Mittel, die sich wunderbar für die Literatur adaptieren lassen – den MacGuffin und die Suspense.

Das trügerische Gemisch von Hoffnung und Erfahrung

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Mein Plan war es immer, Bestseller zu produzieren. Bevor ich herausfand, dass meine Lieblingsbeschäftigung darin besteht, Bücher zu verlegen, dachte ich, ich müsste diese Bestseller selbst schreiben. Je zwei meiner Romane erschienen bei der inzwischen pleite gegangenen Meisinger Verlagsgruppe, bei Ullstein und bei Emons. Keiner wurde ein Bestseller, aber ich habe viel von dem Wissen, das ich jetzt als Verleger brauche, bei diesen Versuchen erworben. Ein Erlebnis hat sich mir dabei besonders eingeprägt.

Der Fehler im System

(Von Maximilian Hauptmann, Lektor) Es gibt ein Phänomen, dem ich oft begegne, wenn ich ein neues Manuskript prüfe – ich nenne es „literarische Inkongruenz“. Das klingt nicht nur nach einer Krankheit, das kann auch eine sein, und zwar eine Krankheit mit tödlichen Folgen für Ihre Geschichte. Lassen Sie den Patienten nicht sterben, vor allem nicht an einem Defekt mit so kompliziertem Namen – lesen Sie lieber, wie Sie ihn vermeiden können.

Die Programmierung auf Erfolg

(Von Bernhard Salomon, Verleger) Vor allem bei Sachbüchern und Tatsachenromanen habe ich manchmal mit Autoren zu tun, die in ihrem täglichen Leben wirtschaftlich erfolgreich sind und alle an das gleiche Erfolgsprinzip glauben: Formuliere dein Ziel, fokussiere es, und du wirst es erreichen. Jüngst sprach ich mit einem Investmentbanker über ein spannendes Thema, das wir miteinander verwirklichen werden, und er meinte: „Unser Ziel müssen 100.000 verkaufte Bücher sein.“

Schreiben wie im Rausch

Viele Menschen verbinden mit Drogen und Alkohol keine verdächtigen U-Bahn-Linien, sondern Intellekt und Kunst. Man könnte sagen, diese Vorstellung stellt die ersten Meter eines bodenlosen Abgrunds dar, noch schwach erhellt vom einfallenden Licht des sogenannten Künstlerruhms. Abseits der Frage, wie gut oder schlecht diese Vorstellung ist, möchte ich eine ganz andere Frage stellen: Stimmt sie überhaupt?

Von Maximilian Hauptmann