In meiner Zeit als Journalist hatten Informationen, die mir meine Quellen zuspielten, manchmal einen Beigeschmack, als wären es keine wirklichen Neuigkeiten. Meist bestätigte eine kurze Überprüfung diese Einschätzung. Journalistischer Instinkt erkennt auch, ob etwas neu oder alt ist.

Jetzt haben manche Manuskripte diesen Beigeschmack. Dann stelle ich manchmal fest, dass ihre Autoren sie schon im Eigenverlag zum Beispiel als E-Book publiziert haben. Ich schreibe ihnen dann, dass wir nur Originalausgaben machen und keine Bücher, die schon erschienen sind.

Eine Selbstpublikation sei ja nicht mit einem Bucherscheinen gleichzusetzen, meinen sie dann meist. Das sehe ich anders. So ein Buch hatte bereits seine Chance, auch wenn es nur eine kleine war, und es hat sie nicht genützt. Das macht es unattraktiver.

Wenn du dein Buch als E-Book schon 3.000 Mal verkauft hast, dann ist das bei der Verlagssuche ein Vorteil für dich. Aber das musst du erst einmal schaffen, und ich würde trotzdem nicht mit dir verhandeln. Mich verführt eher der Zauber, der allem Neuen innewohnt.

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