Die Wissenschaft ist uneinig, ob es im Gehirn für den Humor ein Zentrum oder bestimmte Schaltkreise gibt. Ich vermute, dass für die Fähigkeit, witzig zu sein, bestimmte neurobiologische Faktoren Voraussetzung sind, in Kombination mit bestimmten sozialen Einflüssen. Anders ausgedrückt: Wenn du nicht mehr oder weniger von Natur aus witzig bist, versuche lieber nicht, es zu sein. Schon gar nicht in den Mails, in denen du Verlagen dein Manuskript anbietest.

Regelmäßig bekomme ich Schreiben von Autoren, die es trotzdem versuchen. Es wäre müßig, Beispiele zu nennen, denn die schlechten Witze und platten Flapsigkeiten würden nicht davon besser, dass ich mich darüber lustig mache (schon deshalb, weil ich auch nicht besonders witzig bin). Besonders schlimm sind die Schreiben, die sich der Umgangssprache der sozialen Medien bedienen und im Stile von „Hallo Leute“ daherkommen. Bitte bedenke, dass seriöse Buchverlage in Sachen Sprache und Kommunikation höchste Ansprüche haben und pflegen, und dass dort zu dieser Aufgabe passende Menschen arbeiten. Mit „Hallo Leute“ und halblustigen Bemerkungen schließt du dich selbst aus.

Angenommen, deine neurobiologischen Faktoren und sozialen Einflüsse haben dich tatsächlich zu einem witzigen Menschen gemacht und du hast dementsprechend ein witziges Buch geschrieben. Dann könntest du bei den Lektoren oder den Verlagen, die du anschreibst, mit heiteren und sympathischen Bemerkung punkten, die auf den jeweiligen Adressaten Bezug nehmen. Das ist aber schwierig und gefährlich. Im Zweifelsfall würde ich sagen: Lass es auch in diesem Fall lieber bleiben.

TEILEN: Share on FacebookTweet about this on TwitterGoogle+Email to someone