(Von Bernhard Salomon, Verleger) Du solltest deine Figuren so gut kennen, dass du jede Frage über sie beantworten kannst, auch solche, die sich in deinem Buch nie stellen.  Nur dann entwickelst du beim Schreiben an der richtigen Stelle die richtigen Reflexe, wodurch deine Figuren plastisch werden. Eine vergnügliche Übung, die ich als junger Autor für mich entdeckt habe, besteht darin, mit den Figuren einkaufen zu gehen.

Dabei spazierst du zum Beispiel an einem Lederladen vorbei, und nachdem du in der Auslage den Gürtel gewählt hast, der dir am besten gefällt, fragst du dich: Welchen würde meine Figur nehmen? Den eleganten schwarzen Ledergürtel, den billigen aus Kunstleder, den braunen Westerngürtel, den Nietengürtel oder vielleicht den Schlangenledergürtel?

Wenn du nach deinem Einkaufsbummel einen Kaffee trinken gehst, kannst du dich fragen: Welches Café würde deine Figur wählen und welchen Platz darin, was würde sie bestellen? Auf die Art wird sie dir vertraut und du kannst in deinem Text bald mit ihr manövrieren, ohne noch lange darüber nachdenken zu müssen.

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