Junge Autoren träumen meist davon, vom Schreiben leben zu können. Ich wünsche keinem von ihnen, dass der Traum in Erfüllung geht. In der von Einflüssen des Lebens befreiten Abgeschiedenheit eines Schreibzimmers bringen Menschen mit wenig Lebenserfahrung höchstens Texte hervor, die nach raschelndem Papier klingen. Arbeiten zu gehen und Geld zu verdienen ist nun einmal eine naheliegende und meist intensive Art, am Leben teilzunehmen. Mir fallen oft interessante Wechselwirkungen zwischen den sogenannten Brotberufen von Autoren und ihrem literarischen Werk auf.

Jüngst sprach ich mit einem Autor, der unter schweren Entbehrungen einige Jahre lang aus Prinzip tatsächlich nur geschrieben hatte, und dessen vier bisher erschienenen Bücher auch ziemlich rascheln. Er hatte sich gerade entschlossen, zur Verbesserung seines Lebensstandards Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Der Bruch seiner Prinzipien tat ihm gut, nicht bloß wegen der neuen Inspiration, die ihm der Austausch mit anderen Menschen unterschiedlicher Kulturen brachte. Er musste sich so auch mit der deutschen Grammatik auseinandersetzen. „Unglaublich, was du dabei alles lernen kannst“, sagte er zu mir.

Ich sah mir eins seiner Grammatik-Bücher an und kann ihm nur beipflichten. Die deutsche Sprache ist seit Jahrzehnten mein Geschäftsmodell, aber aus dieser Perspektive hatte ich ein paar wertvolle kleine Aha-Effekte. Auch wenn dir das vielleicht dumm vorkommt, ich kann dir als Autor deshalb ein bisschen Auseinandersetzung mit der deutschen Grammatik nur empfehlen.

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