Das Verhalten jedes Menschen ist bedürfnisorientiert.
Mit diesem Satz zitiert die aktuelle Ausgabe von Krone Crime den Kriminalpsychologe Thomas Müller. Er meint, dass das nicht nur bei Handlungen wie Essen, Trinken, Lieben oder Sport und anderen Freizeitbeschäftigungen zutrifft. Wir arbeiten auch, um uns zu verwirklichen oder zumindest um unser Bedürfnis nach einem sicheren Auskommen zu befriedigen, und selbst wenn wir anderen helfen, liegt dem unser Hilfsbedürfnis zugrunde.

 

Eine interessante Perspektive auf die Menschheit jedenfalls, die auch dir als Autor zu denken geben sollte. zumindest frage ich mich seither bei jedem Buch, das wir verlegen: Welches Bedürfnis befriedigt es? Ist es ein starkes oder ein schwaches Bedürfnis und befriedigen das gleiche Bedürfnis vielleicht andere Medien schon besser?

 

Es gibt jede Menge Bedürfnisse, die ein Buch befriedigen kann. Nach Spannung zum Beispiel, nach intellektueller Befriedigung, nach heiler Welt, nach Gruseln, nach verschiedenen Formen von Helden und Identifikationsfiguren, nach Wissen, das bisher gar nicht oder nicht in einer bestimmten Form verfügbar war, oder nach dem Festhalten von etwas, das in der Luft liegt, und das bisher niemand ausgesprochen hat. Bücher, die kein Bedürfnis befriedigen oder nur das eines Autors, etwas loszuwerden, sind überflüssig.

 

(Bernhard Salomon)

 

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