Eine der wiederkehrenden Wortkomobinationen, die unverlangt eingesandten Manuskripten wie eine lästige Hautkrankheit anhaftet, lautet „beginnt zu“. Jemand beginnt zu rennen, sich zu ärgern, ein Bild zu malen, einen Berg zu erklimmen, sich etwas zu fragen oder zu frieren. In unverlangt eingesandten Manuskripten beginnen die Figuren erstaunlich oft, etwas zu tun.

Dabei scheint mir ein „beginnt zu“ in fast jedem Fall überflüssig zu sein. Denn jemand, der zu rennen beginnt, rennt ja bereits, jemand, der sich zu ärgern beginnt, ärgert sich bereits und jemand, der ein Bild zu malen beginnt, malt bereits, und so weiter. Sie rannte. Sie ärgerte sich. Sie malte ein Bild. Lauter schöne Sätze.

Manchmal gefällt mir der Anfang eines unverlangt eingesandten Manuskriptes bis zum ersten „beginnt zu“. Schade, denke ich dann, und manchmal höre ich beim zweiten „beginnt zu“ zu lesen auf. Schließlich schreibe ich ja auch nicht: Die Wortkombination „beginnt zu“ beginnt zu nerven. Ich schreibe: Die Wortkombination „beginnt zu“ nervt.

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