(Von Bernhard Salomon, Verleger)  Vor allem Autoren von Sachbüchern, die selten wegen ihrer Lust am Text sondern eher wegen ihrer Expertise in einer Sache zu schreiben anfangen, belastet vor dem ersten Satz die scheinbare Mammutaufgabe, ein ganzes Buch füllen zu müssen. Da die meisten geübt darin sind, Artikel zum Beispiel für Fachmagazine über ihr Thema zu schreiben, empfehle ich ihnen immer, das Buch nicht als Einheit, sondern als Konglomerat vieler kleiner Häppchen zu sehen.

Wenn sie ein genaues Konzept gemacht haben, besteht es aus klar abgegrenzten Aspekten ihres Themas. Jeden dieser Aspekte können sie wie einen Artikel in einem Fachmagazin betrachten. Sie müssen dann nicht mehr ein Buch schreiben, sondern nur noch zum Beispiel 25 Artikel. Damit können sie umgehen.

Das gleiche gilt auch für einen Roman. Wenn es dir vor dem ersten Satz wie eine Mammutaufgabe erscheint, ihn zu Ende zu bringen, dann betrachte ihn nicht als Roman, sondern als Konglomerat von Episoden. Wenn du ein gutes Konzept hast, ist er das auch, und jede Episode hat einen Anfang und ein Ende.

Wenn du schon Kurzgeschichten geschrieben hast, dann versuch es so zu sehen: Du schreibst jetzt 25 oder auch 50 Kurzgeschichten, für die du nicht einmal mehr das Thema finden musst. Das geht doch, oder?

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