Dieser Tage fragte mich eine meiner Autorinnen, wie ich den Wunsch entwickelt habe, Bücher zu verlegen. Da wir gerade ein Buch über das menschliche Bewusstsein planen, mit der These, dass das Bewusstsein keinen Körper erfordert, es vielmehr umgekehrt ist, antwortete ich: „Es war nicht so, dass ich diesen Wunsch entwickelt habe. Eher hat dieser Wunsch mich entwickelt.“

Die Autorin erzählte mir, dass sie ihre Kurzgeschichten und Romane auch weniger entwickeln, als vielmehr entdecken würden. Als wären sie da schon irgendwo, und sie müsse sie nur Stück für Stück freilegen, so wie eine Archäologin eine versunkene Stadt.

Da es schon zu viele esoterische Schreibratgeber gibt, hätte ich dieses Gespräch in diesem Blog verschwiegen. Doch da war auch noch Renata Schmidtkunz, die Sendungsleiterin der jedes Mal aufs Neue spannenden Ö1-Sendung „Im Gespräch“, die an einem im Herbst bei uns erscheinenden Plädoyer für Transzendenz arbeitet. „Transzendenz“, sagte sie bei einem unserer Vorgespräche, „also die Fähigkeit, über uns selbst hinauszudenken, brauchen wir, um Ziele, Hoffnung und Widerstand entwickeln zu können.“

Alles Dinge, die für dich als Autor oder Autorin besonders wichtig sind.

Und weil Ostern bevorsteht und sie so schön dazu passen, hier ein paar Zeilen des großen Dichters Rainer Maria Rilke in der romantischen Version des „Rilke Projekt“:

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