(Von Bernhard Salomon, Verleger) Der Druck eines Buches, Hardcover mit Schutzumschlag und 192 Seiten, kostet laut einer unserer Druckerei-Preislisten bei einer Bestellung von 1.000 Stück  1,95 Euro pro Stück. Der Druck des gleichen Buches mit 288 Seiten kostet 2,29 Euro  und mit 432 Seiten 3,72 Euro.

Warum das für dich wichtig ist? 

Verlage müssen mit Büchern Geld verdienen. Beim Geldverdienen geht es immer um Risikoabwägung. Die ist bei einem bekannten Autor relativ einfach. Auf Basis der Verkaufszahlen seiner bisherigen Bücher lässt sich das wirtschaftliche Potenzial seines nächsten errechnen.

Bei einem Erstlingsautor ist die Risikoabwägung schwierig. Bei Suhrkamp etwa verkauften sich vor der Pleite des Verlages 60 Prozent der Bücher weniger oft als 100 Mal. Klarerweise kann jeder Erstling auch ein Erfolg werden. Grundsätzlich ergibt sich für Verlage daraus die Regel: halte das Risiko so gering wie möglich.

Kommt ein Erstling mit 700.000 Zeichen oder noch mehr daher, bedeutet das wegen der hohen Druckkosten für einen Verlag erhöhtes Risiko. Die meisten Verlage werden sich deshalb auch bei einem interessanten Manuskript dessen Publizierung zur Sicherheit ein zweites Mal überlegen.

Bei deinem Erstling macht es Sinn, wenn er zwischen 350.000 und 450.000 Zeichen lang ist. Das ist ein Umfang, den Leser gerne kaufen, mit dem du zeigen kannst, was er drauf hat und der das Risiko von Verlagen senkt.

Je bekannter ein Autor ist, desto bedeutungsloser werden übrigens die Druckkosten für Verlage. Denn je höher die Startauflage, desto niedriger der Druckpreis pro Buch. Bei einer Startauflage von 12.000 Stück kostet ein Buch mit 192 Seiten nur noch einen Euro, und eins mit 288 Seiten nur noch 1,30 Euro.

Wenn du eine Million Zeichen geschrieben hast und ganz genau weist, dass dein Roman die auch braucht, dann vergiss diese Argumentation wieder. Dann wirst du einen Verlag finden, der das erkennt.

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