Im März dieses Jahres sprach ich mit Roland Düringer über sein neues Buch „Weltfremd?“. Er erzählte mir, dass er nicht schreiben kann. Sein Buch davor, „Leb wohl, Schlaraffenland“, hatte im Wesentlichen sein Co-Autor Clemens G. Arvay auf Basis von Interviews mit Düringer geschrieben. Düringer meinte nun, er werde „Weltfremd?“ kurz halten, so bei etwa 200.000 Zeichen inklusive Leerzeichen, und ich hoffte, dass er es bis zu seinem Abgabetermin im August schaffen würde. Inzwischen hat er als Laie, termingerecht nach eigentlich viel zu kurzer Zeit, ein Werk mit 500.000 Zeichen abgeliefert, das allen professionellen sprachlichen und erzählerischen Kriterien entspricht. Ich glaube, dass Schreiben etwas ist, das die meisten Menschen lernen müssen (und können). Etwas macht allerdings einen Unterschied, den ich in den vergangenen dreißig Jahren immer wieder beobachtet habe, und ich meine damit nicht Begabung oder Genie: Wenn ein Autor ganz genau weiß, was er sagen will, drängt sich ihm die richtige Sprache fast von selber auf. (BS)

 

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