nachrichten aus einem Buchverlag

Verzichte auf Begriffe aus dem Krieg

Er herrscht in den Manuskripten von Anfängern und Profis fast gleichermaßen, und selbst in denen von überzeugten Pazifisten oder politisch korrekten Autoren, die ihre Texte um jeden Preis gendern: der Krieg. Jemand rüstet sich für etwas, geht in die Offensive, kämpft an vorderster Front, bezieht Stellung, tut etwas im Eifer des Gefechtes oder es rollen die Köpfe.

Verzichte auf die Formulierung „beginnt zu“

Eine der wiederkehrenden Wortkomobinationen, die unverlangt eingesandten Manuskripten wie eine lästige Hautkrankheit anhaftet, lautet „beginnt zu“. Jemand beginnt zu rennen, sich zu ärgern, ein Bild zu malen, einen Berg zu erklimmen, sich etwas zu fragen oder zu frieren.

Achtung! Pathosfalle

In fast allen Romanen spielen Haare eine Rolle. Zum Beispiel, weil eine Figur mit ihren Haaren etwas tut, sie glatt streicht etwa, oder weil ihre Haare eine bestimmte Farbe haben, kastanienbraun oder aschblond. Ich habe in zwei Romanen, die im Herbst 2016 bei uns erscheinen, nachgezählt:

Achte auf deine Inquit-Formel

Besonders Autoren mit hohem poetischem Innendruck neigen dazu, Inquit-Formeln zu vergewaltigen, und wenn ich sie darauf aufmerksam mache, wissen Sie meist gar nicht, was ich mit „Inquit-Formel“ meine. Inquit-Formeln sind die Worte, die in einer direkten

Formuliere immer aktiv und verzichte auf das Wort „man“.

Schöne Sprache entsteht nicht durch die Wahl schöner Worte und das Formulieren schöner Sätze. Sie entsteht, wenn ein Autor weiß, wovon er schreibt, und wenn er dabei schlechte Sprache vermeidet. Schlechte Sprache zu vermeiden ist relativ einfach.
Ich schätze, dass es ungefähr 25 Dinge sind, deren Vermeidung schlechte Sprache zu schöner Sprache macht, oder zumindest

Verzichte auf Phrasen

Spätestens bei der fünften Phrase in einem Text taucht in meinem Augenwinkel immer irgendwie der Papierkorb auf.